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Die Energiebilanz optimieren
01.06.2010 10:37
Ein Modellprojekt untersucht im Leipziger Osten die Möglichkeiten des Einsparens
2020 kann in den östlichen Stadtteilen, wie Volkmarsdorf, Anger-Crottendorf und Neuschönefeld, ein energetisches Optimum erreicht werden – davon ist Christian Strauß überzeugt. Seit einem Jahr betreut er das Modellprojekt „Im Osten geht die Sonne auf! Energieräumliches Konzept für den Leipziger Osten“, in dem die Energiebilanz des Gebiets analysiert wurde. Bald wird sich entscheiden, ob das Vorhaben weiterhin im Rahmen des deutschlandweiten Wettbewerbs „Energieeffiziente Stadt“ gefördert wird.
Die erste Phase geht ihrem Ende zu und eins kann Diplomingenieur Christian Strauß mit Sicherheit sagen: „Wir haben einiges bereits erreicht, aber wir müssen und wollen auch noch vieles Weitere bewirken.“ Wo spielt Energie im Leipziger Osten eine Rolle, welche Möglichkeiten des Energiesparens gibt es, wie kann ein energieräumliches Konzept mit dem Stadtumbau in dem Bezirk verknüpft werden, lauten die großen Fragen des Projekts, das als eins von 15 mit rund 200 000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.
Daten einzelner Häuser, von Quartieren und Gebäudetypen wurden in den vergangenen zwölf Monaten gesammelt, analysiert und ausgewertet. „Es gibt noch viel zu tun, um ein energetisches Optimum in dem Gebiet zu erreichen“, nennt Strauß ein wichtiges Ergebnis. Dabei soll eine Software helfen, die die Daten zum Thema aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt. „Das ist eine wichtige Kommunikationsgrundlage, mit der auch Entscheidungen getroffen werden können“, erklärt Strauß die Entwicklung. „Sowohl für einzelne Häuser als auch für bestimmte Quartiere und Gebäudetypen.“ Denn ein einheitliches Konzept für das gesamte Gebiet sei nicht möglich. Dafür unterschieden sich die einzelnen Straßen zu sehr hinsichtlich ihrer Lage in der Stadt, der Gebäudestruktur oder auch des Verbraucherverhaltens.
Letzteres soll in der nächsten Phase, sollte das Projekt als eins von drei bis fünf weiterhin gefördert werden, genauer unter die Lupe genommen werden. „Im ersten Teil haben wir uns hauptsächlich mit der Perspektive der Gebäude auseinandergesetzt und somit die Grundlage geschaffen“, so der 34-jährige Projektleiter. „Im nächsten Schritt soll die Öffentlichkeit stärker für das Thema Energieeinsparung sensibilisiert werden.“ So ist beispielsweise geplant, Flyer in verschiedenen Sprachen zu entwerfen, eine Mieterberatung einzurichten und einen Wettbewerb für energetische Sanierung von Häusern ins Leben zu rufen. „Die Eigentümer müssen noch stärker einbezogen werden“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter des Fraunhofer-Zentrums Mittel- und Osteuropa (MOEZ), das das Projekt initiiert hat. Neben dem MOEZ haben sich auch die Stadtverwaltung und die Institute für Angewandte Informatik sowie für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft der Universität beteiligt. Zudem wurden laut Strauß Bürger, große lokale Unternehmen und Dienstleister einbezogen. Diese ganzheitliche Perspektive auf Raum und Akteure ist zugleich die Besonderheit des Projekts.
„Der Ansatz ist auf großes Interesse gestoßen – nicht nur in der Leipziger Stadtverwaltung, sondern auch in anderen Städten“, sagt Strauß. Denn die Methodik sei einerseits spezifisch auf die Gegebenheiten des Bezirks abgestimmt, andererseits auch auf andere Metropolen übertragbar. „Deshalb wird die optimierte Energiebilanz auch nicht rein technisch betrachtet, sondern soziale und kulturelle Belange werden einbezogen“, sagt Strauß. „Das Optimum ist also eins, das auch verträglich ist.“ Und das könne bis 2020 durchaus erreicht werden, denn Leipzig befinde sich auf einem guten Weg zur Energiemetropole, ist Strauß überzeugt.
Quelle: Leipziger Volkszeitung, 27.05.2010, Seite 22
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Weitere Informationen zum Projekt unter folgendem Link: Energieeffiziente Stadt.