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Rathaus setzt auf Elektroautos
29.06.2011 16:36
Fuhrpark der Stadtverwaltung stellt die ersten zehn Kleinwagen mit alternativem Antrieb in Dienst
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat gestern nach eigener Einschätzung „ein neues Zeitalter“ eingeläutet: Unmittelbar vor dem Haupteingang des Neuen Rathauses übernahm er die ersten zehn Elektroautomobile für die Stadtverwaltung; vier weitere nahm Geschäftsführer Ulf Mittelberg für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in Empfang. Beschafft wurden die Fahrzeuge von den Stadtwerken Leipzig (SWL), die sich als „Impulsgeber für diese neue Technologie“ verstehen, so Stadtwerke-Geschäftsführer Raimund Otto. Finanziell erleichtert wurde die Anschaffung durch den Bund, der mit Fördergeldern von rund 260 000 Euro etwa die Hälfte des Gesamt-Investitionsvolumens von 517 000 Euro übernahm.
„Ich habe mich dafür eingesetzt, dass Leipzig im Rahmen der Modellregion Sachsen gefördert wird“, erklärte Jung. Denn die Fahrzeuge seien ein Zeichen dafür, dass Leipzig es in Sachen Klimaschutz und Reduzierung von Feinstaubwerten ernst meine. Außerdem werde Leipzig in besonderer Weise von der Entwicklung der E-Mobilität profitieren, da BMW in der Stadt Elektroautomobile produzieren wird.
Der Oberbürgermeister stieg auch in eines der Fahrzeuge, um an der Spitze der „größten öffentlichen Fahrzeugflotte von Elektroautos in Sachsen“ eine Runde um das Neue Rathaus zu drehen. Doch von der Tour kehrten wenige Minuten später nur fünf Fahrzeuge zurück. Denn Jung hatte sich spontan zu einer Spritztour um den Ring entschlossen. „Die Elektroautomobile haben im Stadtverkehr schneller beschleunigt als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor“, berichtete er anschließend. Doch wegen des kaum hörbaren Motors müsse man sich als Fahrer erst darauf einstellen, dass Fußgänger und Radfahrer die Fahrzeuge deutlich später wahrnehmen. Trotzdem will Jung seinen Dienst-BMW nicht gegen einen der E-Kleinwagen tauschen. „Damit komme ich nicht bis nach Berlin“, sagte er. Dafür sei die Reichweite zu gering.
Im selben Fahrzeug wie Jung saß der Lindenauer Automobilhändler Klaus Zimmermann, dessen Mitsubishi-Autohaus die Elektromobile für die Stadt und die LVB geliefert hat. Sein japanischer Hersteller profitiere davon, dass er früher als deutsche Konzerne auf Elektroautomobile gesetzt habe und sie schon jetzt relativ preisgünstig in Serie produzieren könne. „Ein Kleinwagen kostet rund 35 000 Euro“, sagte Zimmermann. Eine Elektroaufladung, die sechs Stunden brauche, koste 2,40 Euro und reiche für etwa 130 Kilometer. „Deshalb sind die Fahrzeuge vor allem für Pflegedienste und andere Dienstleister interessant, die täglich etwa hundert Kilometer im Stadtgebiet unterwegs sind.“ Vor dem Großauftrag für Stadt und LVB hatte Zimmermann allerdings nur zwei Elektrofahrzeuge abgesetzt.
Der parlamentarische Staatssekretär Jan Mücke (FDP) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bekräftigte das Ziel, dass bis zum Jahr 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen.
Andreas Tappert
Quelle: LVZ vom 29.06.2011



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