Bioökonomie in Leipzig

Die Bioökonomie ist eine zukunftsfähige Wirtschaftsform auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Sie umfasst alle Akteure, die Biomasse, biologische Ressourcen oder Wissen in diesem Themenfeld erzeugen oder nutzen, um neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln und bereitzustellen.

Die Bioökonomie wird auch als biobasierte Wirtschaft bezeichnet und soll unser derzeitiges, von fossilen Rohstoffen abhängiges Wirtschaftsmodell mit all seinen negativen Auswirkungen ablösen. Wir stehen heute am Beginn eines umfassenden Transformationsprozesses, der neue Chancen, neue Geschäftsfelder und den Erfolg nachhaltiger Geschäftsmodelle ermöglicht.

Das Clusterteam Bioökonomie spricht alle Akteure aus Leipzig und der Umgebung an, die eine Bioökonomie im urbanen Raum mit einem starken landwirtschaftlichen Umland als Chance erkennen und nutzen wollen. Akteure aus den Feldern Erzeugen, Verarbeiten und Nutzen biobasierter Ressourcen sind herzlich eingeladen, die Transformation in Leipzig aktiv mitzugestalten.

Dazu bringen wir Wirtschaft, Forschung, Verwaltung und Gesellschaft auf einer Plattform zusammen. Ziel ist die Vernetzung und Vorbereitung konkreter Forschungs-, Entwicklungs- und Umsetzungsprojekte:

•    Kennenlernen neuer Partner und Mitstreiter für die eigenen Ideen
•    Finden und Testen nachhaltiger Geschäftsmodelle für die Bioökonomie
•    Zugang zu Wissen und Forschungseinrichtungen
•    Einbezug von Fördermitteln zur Umsetzung von Projektansätzen
•    Verknüpfung mit Bioökonomienetzwerken und Akteuren in ganz Deutschland
•    Gestaltung regionaler Transformationsansätze auf Stadt- und Landkreisebene

Das Clusterteam wird von erfahrenen Expertinnen und Experten der Bioökonomie moderiert. In enger Kooperation vom DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum und der PIC – Pi Innovation Culture GmbH werden interaktive und partizipative Netzwerkformate in den Räumen des Forschungszentrums in der Torgauer Straße angeboten.
 
Bioökonomie - Beispiele in der Stadt

Auf den ersten Blick mag eine biobasierte Wirtschaft in der Stadt fehl am Platze erscheinen. Biomasse wird im Umland erzeugt und meist auch verarbeitet. Welche Rolle spielt da die Stadt?

Im urbanen Raum fließen erhebliche Biomasseströme zusammen – Klärschlamm, biogene Abfälle, aber auch Reststoffe aus der Lebensmittelverarbeitung oder der Grünflächenpflege.  Hier lebt ein großer Teil der Endverbraucher und als Markt spielt die Stadt eine überaus wichtige Rolle im Wertschöpfungsnetz der Bioökonomie: Bauen mit biogenen Materialien, Wärme aus Biomasse, gesunde Ernährung und das Schließen von Kreisläufen. Nährstoffe wie Phosphor konzentrieren sich in Kläranlagen. Die Stadt muss also gemeinsam mit ihrem Umland als ein System verstanden werden. Einige Beispiele der biobasierten Wirtschaft sollen das Thema greifbarer machen.

1.    Anna Linde und der „Biomeiler“

Aus einem Kompostierungsprozess wird Wärme zur Beheizung von Gebäuden gewonnen. Einfache Technologie und minimale Kosten zeichnen diesen Prozess aus.

2.    Knappe Ressource: Nährstoffrecycling von Phosphor aus Klärschlamm

Wir alle nehmen über unsere Nahrung Phosphor auf. Am Ende fließen die Nährstoffe in der Kläranlage zusammen. Aus den Klärschlämmen werden Wärme, Strom und künftig Nährstoffe zurückgewonnen.

3.    Wärme, Strom und Gas aus Bioabfällen (Cröbern)

Unsere Bioabfälle werden auf der Zentraldeponie in Cröbern fermentiert und so Biogas gewonnen. Es liefert Biomethan oder Strom und Wärme sowie nährstoffhaltigen Kompost.

4.    Bioraffinerien designed in Leipzig: BSE Engineering

Die Stadt ist Sitz innovativer Ingenieurbüros: Die BSE Engineering entwickelt und plant Bioraffinerien für Biogas, Zucker und Ethanol.

5.    BioCity

In der BioCity entwickeln Forschungseinrichtungen und Unternehmen neue Produkte für die Bioökonomie: Von Spezialzellulosen über Enzyme als Helfer in biotechnologischen Prozessen oder biologischen Platinen.

6.    Die NAWARO AG

ist einer der größten Biogaserzeuger Deutschlands und hat seinen Sitz in Leipzig. Biomethan ist klimaneutraler Energieträger für Strom, Wärme oder als Kraftstoff und kann als grüne Ressource in der Chemieindustrie eingesetzt werden.

Warum gerade Leipzig?

Leipzig ist Sitz führender Forschungseinrichtungen im Bereich der Bioökonomie. Neben dem Deutschen Biomasseforschungszentrum, dem Umweltforschungszentrum der Helmholtzgesellschaft oder dem Biodiversitätszentrum gibt es eine Vielzahl engagierter Firmen der biobasierten Wirtschaft. Der Netzwerk Energie & Umwelt e.V. ist Mitglied im mitteldeutschen BioEconomy Cluster und übernimmt die Entwicklung einer Bioökonomie im Städtischen Raum.

Leipzig rückt durch den Kohleausstieg in den Fokus der Transformation: neue Wirtschafts- und Geschäftsmodelle müssen her. Leipzig ist bekannt für seine starken gesellschaftlichen Institutionen und eine weit über den Tellerrand hinausdenkende Zivilgesellschaft. Wie keine andere Stadt ist ihr Zentrum mit einem Auwald verbunden, so dass die Bedeutung eines intakten Ökosystems im Alltag eine große Rolle spielt.

Diese Mischung und Vielfalt des Wissens bilden die Basis für die Gestaltung der Transformation, die mit hohen Chancen und Potentialen einhergeht.

Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung im Clusterteam Bioökonomie! Sprechen Sie uns an.

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